Bürgerinitiative gegen Mastställe und ihre Auswirkungen in Uffeln.

Warum schon wieder eine neue BI in Uffeln, diese Frage stellen sich wohl viele Bewohner im Ort. Ist es nicht Aufgabe des Interessenvereins, der ja lt. Satzung die Interessen der Uffelner Bürger vertritt, sich auch in dieser Angelegenheit zu angagieren?

Alles richtig aber kommen wir zunächst zum Sachstand, worum geht es. Der landwirtschaftliche Betrieb Tegelmann plant in unmittelbarer Nähe zum Uffelner Friedhof einen neuen Schweine-Maststall mit 1498 Tieren. Nach Meinung einer großen Mehrheit aller Uffelner Bürger ist dieses Bauvorhaben unpassend und wird abgelehnt. In einer Unterschriftenaktion haben sich mehr als 500 Unterzeichner dagegen ausgesprochen. Der Interessenverein Uffeln hatte zunächst das Thema aufgegriffen und auch mit dem Antragsteller und der Stadt Ibbenbüren in dieser Sache Kontakt aufgenommen.

Nun kommen wir zum Problem Interessenverein. Der IVU wird in der Aussendarstellung maßgeblich durch den 1. Vorsitzenden Bernhard Plagemann vertreten. Nun ist Plagemann aber in Altersteilzeit noch Beschäftigter der Landwirtschaftskammer und in dieser Funktion zur Zurückhaltung verpflichtet. Da der Name Plagemann aber als Vorsitzender untrennbar mit dem Interessenverein verknüpft ist, musste ein anderer Weg gesucht werden um die begründeten Bedenken der Uffelner Bürger gegen obige Maßnahme zu vertreten. Um den Namen Plagemann nicht mehr als nötig zu belasten blieb nur der Weg eine eigenständige Organisation mit den Aufgaben zu betrauen. Diese neue Organisation ist die "BI gegen Mastställe und ihre Auswirkungen für Uffeln", mit ihrem Vorsitzenden Wilfried Kampmann.

Aktuell sieht es so aus, dass der Bauantrag zur Entscheidung beim Bauamt der Stadt Ibbenbüren liegt. Mastställe bis zu einer Größe weniger als 1500 Tiere können von den örtlichen Bauämtern genehmigt oder auch nicht genehmigt werden. Bei größeren Ställen ist der Kreis zuständig und ein Vorhaben muss nach dem Bundesimmissionsschutz Verfahren behandelt werden. Die Stadt Ibbenbüren hat zur Unterstützung der Entscheidungsfindung ein unabhängiges Gutachten anfertigen lassen. In Kürze wird die Entscheidung sicherlich veröffentlicht. Ob die Stadt Ibbenbüren überhaupt als Genehmigungsbehörde zuständig ist, muss u.U. noch gerichtlich geklärt werden. Es gibt Präzedenzfälle wonach Mastställe in unmittelbarer Nähe der Hofstelle nicht als Einzelstandort betrachtet werden dürfen sondern zusammen mit der vorhandenen Hofstelle. Dann liegt man deutlich über 1500 Tiere und der Antrag müsste beim Kreis Steinfurt nach dem BIMSCH-Verfahren behandelt werden.

Neben den mehr als 500 Unterzeichnern der Unterschriftenliste haben mittlerweile auch die politischen Fraktionen im Ibbenbürener Stadtrat zu dem Thema, z.T. öffentlich, Stellung bezogen. Alle Fraktionen sehen die Problematik des Standortes und lehnen ihn in dieser Form ab, so auch der Bürgermeister der Stadt Ibbenbüren, Heinz Steingröver. In wie weit das Einfluß auf die Entscheidung des Bauamtes hat, muss abgewartet werden.

 

Aktualisiert Januar 2015

Nun ist es amtlich: Die Stadt Ibbenbüren hat den Antrag zum Bau obigen Schweinemaststalles abgelehnt.

Die Stadt stützt sich bei der Ablehnung des Bauantrages auf ein Gutachten einer Kanzlei, die sie zur Entscheidungsfindung herbeigezogen hat. Danach ist es so, dass die vorhandene Hofstelle in unmittelbarer Nähe und der geplante, neue Maststall zusammen betrachtet werden müssen. Durch die räumliche Nähe zum Altbestand wird die zulässige Anzahl von maximal 1499 Mastschweinen überschritten und ist so nicht genehmigungsfähig. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig, abzuwarten bleibt noch ob der Antragsteller Rechtsmittel gegen den ablehnenden Bescheid einlegt.

 

Blue Flower

Der Vorstand des Interessenverein Uffeln eV anläßlich der Verleihung des Stadtmarketing-Preises 2010 in Ibbenbüren

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